Auf dem Fr. August-Weg zur Vajoletthütte (2243m) – 29.06.2000

Auf dem Fr. August-Weg zur Vajoletthütte (2243m) – 29.06.2000

(i) Ein schöner Tag mit Fritz
Wieder eine Nacht durchgeschlafen, das scheint zur Gewohnheit zu werden. Wir verzichten wiederum auf das Hüttenfrühstück und wollen es uns erst einmal durch etwas Almenbummeln verdienen. Das Wetter hat sich beruhigt, die Sonne leuchtet erstarkt vom Himmel, an dem sich noch die Wolkenfetzen tummeln, welche vom gestrigen Gewitter übrig geblieben sind. Im frischen feuchten Morgenlicht präsentiert sich die Gegend in malerischen Farben. Wir liegen zu Füßen des gewaltigen Langkofelmassivs, unter dessen Felskante wir heute einen beträchtlichen Teil unseres Weges in Richtung Westen zurücklegen werden. Wenigstens bis zur Tierser Alpl-Hütte wollen wir im Laufe des Tages vordringen, ein weiter Weg, von dem man uns jedoch versichert hat, daß er sehr einfach und daher hurtig zu begehen sei. Das Radio verspricht passables und leicht föhniges Wetter, das dürfte ein reiner Sonntagsspaziergang werden. Wir vertrauen uns dem Friedrich August-Weg an, den ich im weiteren der Kürze halber Fritz nennen möchte.
(ii) Immer den Langkofel entlang
Ohne großartige Höhenschwankungen verläuft der Fritz am Südhang des Langkofel und oberhalb des Fassatales (Val di Fassa). Obwohl wir uns noch immer über der Baumgrenze befinden, die in den Dolomiten bei etwa 2000m liegt, ist der Südhang zumindest fleißig mit Gras bewachsen und nur gelegentlich steht nacktes Gestein an. Nach den hochalpinen Erlebnissen der beiden letzten Tage wiederum eine völlig andere Erfahrung für uns. Nirgends wirkt der Kontrast zwischen den sanften grünen Hügeln und den aus ihnen herausschießenden bleichen kantigen Felsbrocken krasser als beim Langkofel. Dieser Kontrast ist es, der den wahren Reiz der Dolomitenlandschaft ausmacht. Es übersteigt jegliche menschliche Phantasie, sich vorzustellen, daß diese kalkigen Klötze einst Korallenriffe in einem triassischen Flachmeer waren, die versteinerten und endlich nach Hebung der Alpen durch die Erosion wieder aus dem einstigen Uferschlamm herausgemeißelt wurden. Wir wandeln auf 200 Millionen Jahren abwechslungsreicher Erdgeschichte. Bald sind wir weit genug um den Col Rodela herumgelatscht, daß wir endlich doch noch zu unserem Marmolada-Anblick kommen. Der flache vergletscherte Nordhang schiebt sich gerade erkennbar durch den Dunst hervor. Ein Gipfelkreuz ist auch im Fernglas nicht auszumachen, der eigentliche Gipfel muß noch weiter hinten liegen. Wie zum Hohn besteht der höchste Dolomitengipfel nicht aus Dolomit, sondern aus ordinärem Kalkstein, wie man ihn in jedem Kochtopf findet.
Wir entdecken einige Murmeltiere, soll heißen, das Falkenauge Michael entdeckt sie, deutet drauf und mit etwas Glück erkenne ich dann auch noch das ein oder andere Pelzknäuel, kurz bevor es in seine Höhle entschwindet. Oberhalb einer solchen Höhle werfen wir unser verdientes Frühstück ein. Unsere Brote sind derweil eine knappe Woche alt und nicht mehr genießbar, so opfern wir sie denn den Murmeltieren. Was bleibt, sind ein paar Zentimeter Salami und die Hoffnung auf ein üppiges Schnitzel zum Abendessen.
Bald durchqueren wir die kleine Senke, in der die Sandro Pertini-Hütte liegt und marschieren unterhalb des Plattkofels weiter bis zur Plattkofelhütte (2300m). Hier herrscht plötzlich hektische Betriebsamkeit, eine große Gruppe von Langschläfern macht sich von der Hütte aus auf den Weg zum Gipfel. Der Plattkofel (2985m) ist der einzige Gipfel der Langkofelgruppe, der ohne Lebensgefahr begehbar ist. Die berühmten Spitzen Langkofel, Fünffinger und Grohmann sind ein Fall für echte Bergsteiger.
Von Südwesten aus gesehen macht der Plattkofel seinem Namen alle Ehre, er wirkt wie eine riesige, sanft himmelwärts geneigte Rampe. Auf der entgegengesetzten Seite führt der steile Oskar Schuster-Steig hinunter in den Langkofelkar, den auch wir ursprünglich durchqueren wollten. Dann wären uns allerdings die vielen Kühe entgangen, die nun hinter dem Fassajoch unseren Weg säumen.
(iii) Das Auge ißt mit
Die Szenerie wird nun richtig kitschig und postkartig, über Blumenwiesen schlängelt sich der Weg nach Westen, den Blick zur Linken auf das Fassamassiv, zur Rechten auf die Seiser Alm, der größten Alm der Alpen und zusammen mit dem Schlern der wohl bekannteste Naturpark der Dolomiten. Hier kommen Heidifans voll auf ihre Kosten. So treffen wir immer mehr Wanderer, als wir schließlich hinter dem Mahlknechtjoch den Senioren-Highway betreten, der an den Roßzähnen vorbei urplötzlich steil ansteigend zur Tierser Alpl-Hütte mit dem feuerroten Dach hinaufführt.
Nach einigen Minuten furchtbarer, weil unvermuteter Anstrengung sitzen wir oben zu Tisch und lassen uns von einer schnuckeligen bayerischen Blondine einen kleinen Mittagshappen servieren. Heute sind wir erstaunlicherweise einmal schneller vorangekommen als erwartet. Blondine hin oder her, eigentlich haben wir keine Lust, den gesamten Nachmittag in der Hütte herumzulungern. Die Sonne hat sich mittlerweile wieder rar gemacht und zum Draußensitzen ist es viel zu kalt. Also beschließen wir, heute noch in den Rosengarten vorzustoßen. Nachdem wir unsere Trinkflaschen mit sündhaft teurem Tafelwasser gefüllt haben, folgen wir dem Weg mit der Nummer 3a nach Süden.
(iv) Der Rosengarten voller Dornen
Schnell kommt wieder hochalpines Feeling auf, als wir uns über den teils drahtseilgesicherten Pfad nach oben arbeiten. Über das anschließende wüste Plateau marschierend fühlen wir uns endlich wieder heimisch. Bei Erreichen des Mahlknecht-Passes (2604m) stockt uns der Atem: zu unseren Füßen gähnt ein gigantischer Kessel, über und über angefüllt mit Geröll. Vis a vis liegt der Grasleitenpass auf etwa gleicher Höhe. Doch bis dahin wird es ein quälendes Stück Weg, das läßt sich jetzt schon abschätzen, denn der Pfad windet sich zunächst einmal beinahe bis zum Grund des Trichters hinunter, um dann wieder anzusteigen. Die Bergwanderei stellt im allgemeinen eine reichlich sinnlose Verschwendung von potentieller Energie dar, das wird uns hier so richtig bewußt.
Ein nicht mehr ganz taufrischer Tiroler Alpenhaudegen, der mit seiner Mütze ausschaut wie der Nikolaus, und seine Begleitung machen uns vor, wie man eine Schotterpiste am effizientesten hinabsteigt. Mit Hilfe ihrer Stöcke stiefeln sie ohne Rücksicht auf Verluste schnurstracks auf dem kürzesten Weg den Hang hinunter, wobei sie kleine Lawinen lostreten, die ihre Fahrt zusätzlich beschleunigen. In einer Zigarettenlänge sind sie unten. Riskant und doch irgendwie elegant. So machen wir das aber nicht. Wir folgen den offiziellen Trittspuren durch die ungezählten Kehren. Eine knochenpeinigende Angelegenheit. Unser erster größerer Abstieg seit dem Grödner Joch vor zwei Tagen und bald schon jammern die Knieschneiben. Inspiriert durch den Nikolaus beginne ich zu rennen. Dann ist der Schmerz schneller wieder vorbei, denke ich mir. Das geht herrlich flott, wenn man den Boden kaum berührt und der lahme Michael ist schon bald weit hinter mir. Aber aufgepaßt, liebe Kinder, macht das nicht zu Hause nach! Unten angekommen erhalte ich den Lohn für meinen jugendlichen Leichtsinn: die alten Scharniere schmerzen und quietschen jetzt erst richtig vehement. Das war mehr als dumm und könnte sich noch als fatal erweisen.
Wir müssen nicht gänzlich bis zur Sohle hinunter. Dort zweigt zwar ein Weg ab, der aber führt gen Westen zur Grasleitenhütte. Unser Pfad windet sich am östlichen Rand entlang. Das Geröll ist sehr viel grober als beim Abstieg und sobald es kurzfristig abwärts durch eine der tiefen Regenrinnen geht, wird der Schmerz unerträglich. Bald jedoch steigt der Pfad wieder steil an und ohne jegliches Zeitgefühl quälen wir uns langsam und mühsam hinauf zum Pass. Ein kleiner Trost: bergauf ist der Nikolaus auch nicht schneller als wir.
Hier steht die Grasleitenpass-Hütte (2599m), ein luxuriöser Fahrradschuppen, in dem wahrscheinlich nur Hardliner und Gewitteropfer freiwillig übernachten. Der Hüttenwirt ist ein Motorrad Offroad-Champion, wie er gerne beweist, indem er mehrmals die Strecke in Richtung Vajoletthütte hoch- und runterjagt. Die letzten Meter zur ersehnten Vajoletthütte sind normalerweise nicht besonders anspruchsvoll zu gehen, in Anbetracht der 250Hm Differenz und meiner Anamnese ziehen sie sich aber wie Latex in die Länge. Wir haben es nicht eilig, die Sonne gibt wieder gelegentliche Intermezzi und wir senken unseren Kilometerschnitt durch viele kleine Humpelpausen.
(v) Vajolettparty
Welch ein Schauer des Glücks mich durchzieht, als die Vajoletthütte endlich vor uns liegt. Direkt neben der Preußhütte auf einem kleinen Absatz in einer malerischen Schlucht, dem Vajolettal, gelegen. Das Tal wird von einem etwas fiesfarbigen gelben Bächlein durchströmt, aus dem ich nicht einmal dann trinken würde, wenn die Alternative Toilettenschüssel hieße. Doch vermutlich befördert er ganz unschuldig nur irgendwelche Sedimente in Richtung Adria. Die Hütte ist groß mit vielen Betten, wir ergattern ein Doppelzimmer. Leider hat es nur eine Bettpfanne, da wird es heute Nacht möglicherweise zu Verteilungskämpfen kommen.
Hier herrscht ungewohnt viel Betrieb und Lärm, viele Gäste und vor allem eine italienische Schulklasse sorgen für eine unerwartete Atmosphäre. Wir sitzen gemeinsam mit zwei nicht schwindelfreien englischen Sozialarbeitern und zwei klettersteigverrückten Lehrerinnen am Tisch und lassen uns das Wiener Schnitzel mit Pommes schmecken. Draußen toben die Ragazzi jedesmal, wenn Holland einen Elfmeter verschießt und drinnen runden die jungen italienischen Kellnerinnen die Partystimmung perfekt ab. Meine Schmerzen lassen nach der ersten Buddel Vino Rosso bald nach. Für heute.
Über den Santner Pass zur Rosengartenhütte (2283m) – 30.06.2000

Über den Santner Pass zur Rosengartenhütte (2283m) – 30.06.2000

(i) Man spricht deutsch Heute fühlen wir uns gar nicht fit, quälen uns aber schließlich doch aus dem Bett, um das Frühstück nicht zu verpassen. Das war eine weise Entscheidung, denn nach frischen Brötchen und Paracetamol geht es dem Gehirn bald viel besser. Meine Kniescheiben jedoch sind angeschwollen wie Ballons und schmerzen allein bei Berührung höllisch. Kaum, daß ich die Treppe herunterkomme. Wie soll das so weitergehen? Aus ungebrauchten Socken — die gebrauchten riechen nach einem Tag bereits schlimmer als eine Monatsproduktion Limburger — bastele ich mir provisorische Bandagen. Die sollen wärmen und stützen. Bei Michael hat es offensichtlich funktioniert, von dem höre ich diesbezüglich keine ernsthaften Klagen mehr. Da wir heuer nicht allzu viel vorhaben, könnten wir uns noch ein Stündchen im Bett herumlümmeln, denn laut Aushang sind die Zimmer bis 10 Uhr auszulassen, was immer das genau bedeuten mag. Da es uns jedoch ausdrücklich verboten ist, den Boiler für die Dusche anzugreifen, machen wir uns besser auf den Weg. Wir wollen über den Santner Pass und den berüchtigten nachfolgenden Klettersteig zur Rosengartenhütte marschieren, laut Karte nur ein Katzensprung. Ein Schild verspricht uns einen „Herrlichen Anblich“ vom Santner Pass aus, das kann ja eiter werden.
(ii) Torri del Vaiolet Erst einmal heißt es Höhe gewinnen. Westlich der Hütte kraxeln wir den felsigen Hang hinauf. Anstrengend zwar, doch ich finde das sehr viel angenehmer als das übliche Schottertreten. Solange es bergauf geht, spielen auch die Knie mit. Die Morgensonne brennt fleißig und uns wird ausnahmsweise richtig warm ums Herz. Nach einer Dreiviertelstunde beruhigt sich der Weg und führt die letzten Meter in Serpentinen hinauf auf ein gerölliges Plateau. Wir sind an der Gartlhütte (2621m) gelandet, zu Füßen der beeindruckenden Vajolettürme. Dreieinhalb Zinnen, die hellbraun senkrecht aus dem sanften Bergrücken schießen, bilden einen Anblick, an dem man sich gar nicht sattsehen kann. Die Bewohner der Gartlhütte sind um ihren Sommergarten wirklich zu beneiden. Eingedenk unseres großzügigen Zeitrahmens gönnen wir uns eine lange Pause mit Blick auf die Türme. Wir entdecken zwei Seilschaften, die sich gemächlich die Wände empor arbeiten. Was muß das für ein Gefühl sein, dort oben zu hängen, besonders dann, wenn man der Seilführer ist. Jeder Schritt, jeder Griff will sorgfältig gesetzt sein, die kleinste Unkonzentriertheit kann fatale Auswirkungen haben. Da dehnen sich zweihundert Meter zu einer kleinen Unendlichkeit. Nach mehr als einer Stunde raffen wir uns auf und folgen dem relativ gemütlich an der Westflanke des Plateaus ansteigenden Schotterpfad zum Santer Pass (2741m) nebst der gleichnamigen Hütte. Das Anblich-Schild hat nicht zuviel versprochen. Hinter uns dräuen immer noch die Vajoletttürme, zur Rechten dehnt sich das Eissacktal mit der Stadt Bozen. Hier enden die Dolomiten, die Berge dort hinten sehen aus wie überall in den Alpen. Vor uns blicken wir an der Westkante des Rosengartens entlang auf das Latemar-Massiv. Die Rosengartenhütte ist bereits zu sehen, bis dahin dürften es kaum mehr zwei Kilometer sein.

(iii) Pass des Schmerzes
Der Einstieg in den Klettersteig ist nicht zu übersehen, denn er spuckt peu a peu die Mitglieder einer Reisegruppe aus. Eine interessante Gesellschaft, bestehend aus einem jungen Mädchen und einigen älteren Herren. Einer fragt uns über den sagenhaften König Laurin ab, der einst im Rosengarten residiert haben soll, doch zu diesem Thema haben wir nicht viel beizusteuern.
Ein wenig mulmig ist uns schon zumute, als wir mit angelegten Gurten den Eisenweg betreten. Was wird uns dort erwarten? Nach den ersten Metern wird schnell klar, daß er auch nur ein Klettersteig wie viele andere ist. Leider führt er abwärts, unangenehm zu klettern, weil man nicht genau sieht, wo man hintritt. Aber Sicherungen gibt es reichlich und in den oft engen Spalten kann man auch nicht sehr tief stürzen. Highlight ist ein rutschiger kleiner Gletscher, der sich wie ein erstarrter Sturzbach über den Fels ergießt. Am über Kopf gespannten Seil hangeln wir uns hinüber ans andere Ufer.
Immer wieder kommen uns Wanderer entgegen, dann wird es eng. Zwischendurch einmal ein kurzer Anstieg, doch dann geht es wieder gnadenlos abwärts. Die Knie fangen allmählich wieder an zu schmerzen. Jeder kleine Hüpfer, jede kleine Drehung der Gelenke wird schließlich zur Tortur. Wer kennt nicht das Gefühl, bei jedem Schritt einen Eispickel durch die Kniescheiben gestoßen zu bekommen, der dann noch ordentlich in der Wunde herumgerührt wird. War der Klettersteig bisher ganz unterhaltsam, beginne ich nun das Ende herbeizusehnen. Das rückt in Gestalt der Rosengartenhütte immer mal wieder in Sicht, scheint jedoch nicht näher zu kommen. Mein Bewußtsein beginnt sich zu trüben, ich kann bald an gar nichts mehr denken und funktioniere einfach nur noch. Erinnerungen an enge Spalten und Rattenlöcher, durch die wir uns mit den riesigen Rucksäcken irgendwie hindurch zwängen. Immer weiter und kein Ende. Schließlich halluziniere ich, Sachsen kämen mir entgegen und fragten, wann die Action endlich losgehe.
Letztlich endet die Kletterei, der Pfad verläuft seichter und ich kann mit durchgedrückten Knien einigermaßen voranhumpeln. Sicherlich ein Anblick für die Götter. Nach vielen Pausen erreichen wir den Absatz, der genau oberhalb der Hütte liegt. Noch ein steiler, schmerzhafter und doch hoffnungsvoller Abstieg. Kaum sind wir endlich aus der Wand, purzelt eine Steinlawine wenige Meter hinter uns hernieder. Oben winkt jemand und vergewissert sich, daß wir noch leben. Ein Bergführer, er hat die Steine wohl absichtlich losgetreten, um den Leuten, die nach uns kommen, einen ähnlichen Schrecken zu ersparen. Das war ganz schön knapp. Ob der uns wirklich vorher gesehen hat?

(iv) Rosengartenhütte und das Ende
Wie dem auch sei, wir stehen vor der Rosengartenhütte — auch Kölner Hütte genannt — und ich bin von meinem Leid erlöst. Erfreulich zu sehen, daß die hier einen Sessellift haben, der ins Tal hinunter führt. Wir sind anscheinend die einzigen Gäste. Warme Dusche, Wiener Schnitzel mit Pommes, ein paar Bierchen und zu guter Letzt der Aufstieg in das kleine Turmzimmer. Um zehn Uhr geht das Licht aus.

Vor dem Einschlafen habe ich eine Vision: ich werde morgen nicht mehr laufen können. Karer Pass oder Durchsteigung der Rotwand lösen sich in Nebel auf. Ich sehe eine Fahrt mit dem Lift ins Tal und eine fünfstündige Odyssee mit den Südtiroler Verkehrsbetrieben nach St. Christina. Ich sehe Straßenschuhe, eine lange Autofahrt, Rotlicht und Antiphlogistika. Schade, daß es so enden mußte. Immer noch besser, als von Diarrhoe und Langeweile am Strand der Dominikanischen Republik dahingerafft zu werden.

PS: Der Schnarcher war einer der Fünf Freunde.

Das wars. Mehr kommt nicht. Vielleicht nächstes Jahr.

© Stefan Maday 16.08.2000