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Stubai Report 2016

9.Tag: Großer Trögler

Gipfel:                        Großer Trögler (2902m)

Ausgangspunkt:         Dresdener Hütte (1308m)

Höhendifferenz:         600m

Gesamtdauer:           5h

Ausrüstung:               Bergwanderung (Rucksack)

Bedingungen:            Nebel, Nieselregen

Da ist er also, unser letzter kompletter Urlaubstag im Stubaital für dieses Jahr. Das ging wieder einmal viel zu schnell. Der Wetterbericht verspricht nicht viel Gutes, viele Wolken und gelegentlichen Niederschlag. Ab morgen – unserem Abreisetag – lacht uns das Sonnensymbol auf sämtlichen Onlineprognosen für Neustift an. Blauer Himmel für die nächsten zwei Wochen. Wir freuen uns sehr für die Gäste, die nach uns kommen…

Wie könnte man diesen tristen Tag besser nutzen als einen weiteren illustren Aussichtsberg zu verschleudern. Der Große Trögler ist ein dem Stubaier Gletscherparadies vorgelagerter Felsberg und mit Hilfe der Gletscherbahn von der Dresdener Hütte aus leicht zu erreichen. Auch wenn wir uns am heutigen Tage nicht viel zu sehen erhoffen, möchten wir dennoch die Gelegenheit nutzen, einen Gipfel zu besteigen. Und ein bisschen Aufklärung für morgen zu betreiben. Die Idee ist, morgen früh vor unserer endgültigen Heimreise noch eine Minitour einzulegen. Im Sonnenschein. Die Schaufelspitze (3332m) böte sich da an, ist ihr Gipfel doch nur ein Katzensprung von der Bergstation der Gletscherbahn entfernt.

Pünktlich am späten Morgen parkt Mika sein Kraftfahrzeug auf dem Parkplatz der Gletscherbahn. Das große Betongebäude wirkt verwaist, wir versuchen uns vorzustellen, wie die breiten Rampen in seinem Innern während der Wintersaison vor wartenden Besuchern aus allen Nähten platzen wie die Gedärme eines Vielfraßes. Jetzt im Sommer wirkt diese zweckorientierte Architektur alles ein wenig fehl am Platze. Zu unserer Enttäuschung stellen wir fest, dass die linke der beiden Bergbahnen, die zum Schaufeljoch hinaufführt, wegen Modernisierungsarbeiten stillgelegt ist. Das ist der Sargnagel für unseren morgigen 3000er-Quickie, wir werden uns etwas anderes einfallen lassen müssen.

Doch auch im Hier und Jetzt ist nicht alles zum Besten bestellt. Durch die Bauarbeiten bedingt suchen wir vergeblich nach dem Pfad zum Großen Trögler. Laut Karte beginnt dieser an der Mittelstation, ein Weg sollte von hier in Richtung Osten zu einem Wegekreuz führen. Davon ist hier oben nichts zu erkennen. Wir beschließen, unser Glück bei der Dresdener Hütte zu versuchen und dort notfalls (ziemlich unmännlich) nach dem Weg zu fragen. Dies erweist sich als unnötig, finden wir doch an der Hütte einen Wegweiser zum Großen Trögler, dem wir über rutschige Felsplatten und eine nagelneue Stahlbrücke nach Osten folgen. Offensichtlich wurde der Weg erst kürzlich verlegt, der neue ist noch nicht sonderlich gut eingetreten. Immerhin sind eine ganze Reihe Mitwanderer unterwegs.

Das Wetter hat sich nicht grundsätzlich gebessert. Hier und da zieht der eine oder andere Gipfel für einen Moment auf, doch insgesamt ist die Luftfeuchtigkeit unangenehm hoch und die Sicht bescheiden. Wir erreichen das angesprochene Wegekreuz und machen den ursprünglichen Pfad aus, der weiter südlich verläuft. Sieht beinahe so aus, als sei er durch einen Bergrutsch teilweise verschüttet worden. Nach rechts geht es weiter zum Peiljoch, wir halten uns links zum Trögler. In Serpentinen erklimmen wir ein steiles Kar, betreten für kurze Zeit einen stumpfen Grat, um in ein weiteres, flacheres Kar zu gelangen.

Vom Gipfel unseres Aussichtsberges ist nichts zu erkennen. Wir durchbrechen die Wolkenuntergrenze, von nun an ist es müßig zu spekulieren, wo der Pfad wohl weiterführen wird – wir folgen blind den rotweißen Farbtupferln auf den Felsen und treffen schließlich auf eine Felsstufe, die mit Drahtseilsicherungen versehen ist. Die kurze Passage kann an Dramatik nicht mit der an der Rinnenspitze oder der an der Serles standhalten. Bald stochern wir wieder auf Blockterrain durch den Nebel, bis wir uns endlich am Gipfelkreuz wiederfinden, das den mehr oder weniger höchsten Punkt auf dem Grat markiert. Leider ist die Sicht auf der Ostseite des Berges genauso bescheiden wie die auf unserer Aufstiegsseite, so halten wir uns nicht lange mit Fotografieren auf sondern machen uns sofort ran an die Gipfelwurst.

Ein einsames Männlein leistet uns bald auf dem Gipfel Gesellschaft, hält jedoch nach kurzer Begrüßung respektvollen Abstand zu uns. Sicherlich hat es nicht erwartet, bei diesem Wetter zwei weitere Trottel auf dem Gipfel anzutreffen. In dem Maße, wie die Minuten vergehen, schwindet unsere letzte Hoffnung auf ein bisschen Ausblick und weicht dem Gefühl von Kellerkälte. Der dritte Mann macht sich auf, den Grat weiter in Richtung Osten zu überschreiten – er will vermutlich zur Sulzenauhütte gelangen. Es ist möglich, den Großen Trögler im Rahmen einer Rundtour zu überschreiten. Dabei hat man allerdings gegen Ende einen knackigen Konteranstieg von mehr als 400Hm hinauf zum Peiljoch hinzulegen. Bei dem heutigen Wetter scheint dies keine verlockende Option zu sein (und sonst eigentlich auch nicht). Wir trotten somit auf unserem Anstiegsweg zurück, enttäuscht von den äußeren Rahmenbedingungen und doch froh, dass wir dem Inneren Schweinehund getrotzt und unseren letzten Tag noch einmal für eine Tour genutzt haben.